Preisträger thomaswechspreis 2015

e% Westlich Albertinum

Neu-Ulm

Projekt
e% Westlich Albertinum
Architekt
Dietrich Schwarz Architekten AG
Bauherr
NUWOG Wohungsgesellschaft

e% Westlich Albertinum

Städtebau – Der einfache Baukörper fügt sich ins Ensemble der ehemaligen Kaserne in Wiley-Nord ein und erzeugt durch seine Setzung eine Hofsituation mit Baumreihen an den seitlichen Flanken. Die Freiräume sind nach Süden offen und garantieren dem Gebäude einen optimalen Solareintrag. Mehrgenerationen-Haus – Über den Eingangsbereich gelangt man zu den Begegnungsräumen, dem Herzstück des Gebäudes. Die Erschließung hat eine übergeordnete Bedeutung, breite Flure, zweigeschossige Aufenthaltsräume bieten Raum, um Nachbarn in einem halböffentlichen Bereich zu treffen. Alle 24 barrierefreien Wohnungen sind visuell über die Küchenfenster mit dem halböffentlichen Bereich verbunden und öffnen sich gleichzeitig nach Süden zum Garten. Konstruktion – Das KfW 55 Effizienzhaus (ENEV 2007) hat eine monolithische Außenwand aus hochwärmedämmendem Mauerwerk. Weiter werden transluzente Solarspeichergläser GLASSX®crystal eingesetzt. Trotz hochwertiger Architektur ist es gelungen, die Kostenobergrenze von 1.550 €/m²Wohnfläche einzuhalten.

Preisträger

thomaswechspreis 2015

Jurybeurteilung
Das Senioren-Service-Zentrum „Albertinum“ in Neu Ulm ist ein einfaches Volumen, präzise platziert auf dem Gelände einer ehemaligen Kaserne. Der Bau wirkt selbstverständlich in seiner Umgebung und   macht aus dem Prinzip der Einfachheit eine Tugend. Das Gebäude reagiert subtil auf seine Umgebung und strukturiert die ganze Anlage. Ein angemessener Vorplatz an der Nordseite empfängt die Gäste   des Hauses ohne die großzügigen Dimensionen des Gartens zu beeinträchtigen. Hinter einer angemessenen und zurückhaltenden Außenhülle verbirgt sich der überzeugende Aspekt des Entwurfs. Die  typologische Durcharbeitung bleibt dem Duktus der Einfachheit treu und entfaltet dadurch eine effiziente und spannende Raumsequenz. Ein einziger Treppenraum erschließt die Wohnungen, alle nach  Süden, zum Garten hin orientiert. Die Erschließung ist auf ein Minimum reduziert und öffnet sich zu den Gemeinschaftsräumen. Diese z. T. zweigeschossigen Räume sind das Herz des Gebäudes – zu  diesen öffnen sich alle Küchen der Wohnungen, die das Bindeglied zwischen der Privatsphäre und gemeinschaftlichem Leben darstellen. Die Materialwahl ist konsequent. Eine Putzschicht bildet das Kleid  des Gebäudes. Was aber konventionell scheint, ist ein extrem moderner Wandaufbau, bei dem die Elemente und die Materialien fein aufeinander abgestimmt sind – bis an ihre aktuellen technologischen  Grenzen. Dadurch entsteht ein Gebäude, das sowohl typologisch als auch energetisch extrem effizient ist. Die Liebe für das Detail und die präzise Umsetzung dessen verleiht dem Gebäude eine zeitlose  Eleganz, die den Bau aus der Umgebung abhebt.
Eine ernsthafte Auseinandersetzung mit den Themen der Architektur und ein preiswürdiger Entwurf.

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